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Johanna von Orléans / Joan Of Arc (The Messenger: The Story Of Joan Of Arc)
 
Filmfacts:
 
Originaltitel: Joan of Arc
Regie: Luc Besson
Drehbuch: Luc Besson, Andrew Birkin
Kamera: Thierry Arbogast
Musik: Eric Serra
Besetzung:
 
 

 

Jeanne: Milla Jovovich
Charles VII: John Malkovich
Yolanda D'Aragon: Faye Dunaway
Jeannes Gewissen: Dustin Hoffman
Alencon: Pascal Greggory  usw.
Länge: 148 min.
Produktion: F, 1999
 
Story:
Das kleine Mädchen Jeanne erblickt im Jahr 1412 in Domrémy-la-Pucelle das Licht des mittelalterlichen Frankreichs. Sie geniesst ihre wunderbare Jugend und hüpft voller Lebensfreude durch die prächtigen Wiesen, bis sie im zarten Alter von acht Jahren ein überirdisches, göttliches Zeichen in Form eines Schwertes erhält. Danach muss sie mitansehen, wie ihr heimisches Bauerndorf von den verhassten Engländern verwüstet wird, welche in jener Zeit grosse Landstriche Frankreichs besetzen. Es bleibt ihr nicht einmal erspart mitzuerleben, wie ihre ältere Schwester, die aufopferungsvoll ihr Versteck der kleinen Jeanne überlassen hat, von einem englischen Soldaten ermordet und daraufhin vergewaltigt wird. Jeanne bringt es zwar fertig ihr Leben zu retten, doch die grausame Ermordung ihrer Schwester erschüttert sie zu tiefst. Sie trachtet nach plausiblen Erklärungen und sucht einen Vertreter des Klerus auf. Der Priester kann jedoch die grausame Tat auch nicht erklären und meint, das Überleben von Jeanne hänge vielleicht damit zusammen, dass sie für etwas ganz Besonderes bestimmt sei. Einige Jahre später wird das junge Bauernmädchen (Milla Jovovich) erneut von Visionen heimgesucht. Sie erhält die Botschaft "Frankreich den Feinden zu entreissen und es zurückzuführen in Gottes Hand". Sie ist imstande den Dauphin von Frankreich (John Malkovich), als vermeintlicher König Charles VII, von ihrer göttlichen Mission zu überzeugen und führt danach mit eigenem Ross, weissem Banner und Männerkleidung das französische Heer in den Kampf um die von den Engländern besetzte Stadt Orléans. Dank dem unglaublichen Siegeswillen und der Überzeugungskraft des Bauernmädchens aus der Provinz feiern die Franzosen nach einer äusserst brutalen Schlacht einen glorreichen Sieg über die Engländer. Der Weg ist nun frei für die Krönung von Charles VII in Reims. Nach ihrem anfänglichen Erfolg wird Jeanne von der königlichen und göttlichen Unterstützung verlassen. Die tapfere Jungfrau kämpft jedoch weiter, bis sie von den mit den Engländern verbündeten Burgundern gefangen genommen wird. Diese liefern sie gegen ein Lösegeld an die Engländer aus, welche die Retterin Frankreichs in Rouen wegen Ketzerei und Zauberei anklagen. Während dieses Prozesses stellen nicht nur die englischen Besatzer das göttliche Handeln von Jeanne in Frage, selbst ihr eigenes Gewissen (Dustin Hoffman) meldet Zweifel an. Schliesslich wird Jeanne am 30. Mai 1431 auf dem Marktplatz von Rouen verbrannt. Fünfhundert Jahre später wird Jeanne d'Arc vom Vatikan in Rom heilig gesprochen.
 
Fazit:
In regelmässigen Abständen bezirzen uns die Filmemacher mit einer cineastischen Aufarbeitung über die französische Nationalheldin Jeanne d'Arc. "The Passion Of Joan Of Arc" von Carl Dreyer und "The Trial Of Joan Of Arc" von Robert Bresson dürfen sich wohl als die besten und bekanntesten Werke über die Heiligen-Legende rühmen. Mit "Joan Of Arc" befasst sich nun auch der französische Regisseur Luc Besson ("Léon", "The Fifth Element") mit dem beliebten Stoff. Seine Version unterscheidet sich jedoch in einem Punkt deutlich von den meisten anderen Jeanne d'Arc-Verfilmungen. Die Kampfszenen in Bessons Version sind sehr brutal. Das Kinopublikum wird mitten in das hektische Kampfgetümmel geworfen und kann auf diese Weise hautnah miterleben, wie das Blut fliesst, und die Fetzen oder eher die Gliedmassen in der Gegend herumfliegen. Diese erbarmungslosen Szenen dürften nicht beim ganzen Publikum zu Begeisterungsstürmen führen. Immerhin muss man aber Besson bei seiner Darstellung der Kämpfe insofern Recht geben, dass diese mittelalterlichen Schlachten wirklich mit einer heute kaum vorstellbaren Intensität geführt wurden.
"Joan Of Arc" liegt eine überzeugende Bildkraft zugrunde. Insbesondere die Schlachtszenen sind zwar grausam, doch sie werden von Besson mit einer atemberaubenden, optischen Eindrücklichkeit inszeniert. Das Loblied nimmt aber ein rasches Ende, sobald es darum geht die Frage zu klären, welche sich im Zusammenhang mit der Lebensgeschichte der Jungfrau von Orléans unausweichlich stellt, ob Jeanne eine von Gott Gesandte oder eine grössenwahnsinnige Spinnerin war. Das liegt aber nicht an Milla Jovovich, die mir in ihrer Hauptrolle als Energiebündel mit Männerkleidung und flottem Haarschnitt recht gut gefallen hat. Inhalt und Optik greifen ganz einfach nicht ineinander, wenn es darum geht, den Seelenzustand der bäuerlichen Jungfrau wiederzugeben. Aber dieser interessante Blick ins Innere ist meiner Ansicht nach wichtig für eine gelungene Jeanne d'Arc-Verfilmung. Letzten Endes bleibt nur die Hoffnung, dass der nächste Film über die französische Nationalheldin diesem Punkt mehr Rechnung tragen wird.
 
Bewertung:
 
(von maximal 5 Steinen der Weisheit)
 
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